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Reiseknigge Australien – Mit dem Mietwagen durch Down Under

geposted am 11. August 2010 um 15:30 von Stephanie Höcker

Australien ist ein entspanntes und wunderschönes Reiseland das sie auch bequem mit dem Mietwagen oder Camper bereisen können. Um als Besucher in Australien mit dem Mietwagen fahren zu können, wird der deutsche Führerschein und ein internationaler Führerschein bzw. eine englischsprachige Version benötigt. Solange man nicht beabsichtigt für immer zu bleiben, reicht diese Kombination.

Es gibt aber ein paar Benimm-Fehler, die sollte man nicht einmal relaxten „Aussies“ zumuten – die wichtigsten Tipps:

Mit Förmlichkeiten, Titeln oder sonstigen Ehrerweisungen halten sich Australier nicht lange auf. In der Regel stellt man sich mit dem Vornamen vor. Grundsätzlich aber gilt: Älteren Gesprächspartnern sollte man nicht gleich zu vertraulich kommen, sondern abwarten, bis einem die persönliche Anrede angeboten wird. Ist diese kleine Hürde genommen, steigt man rasch in der Wertschätzung und wird womöglich schon bei der nächsten Begegnung als „mate“, also Kumpel, begrüßt.

Noch weniger starr sind die Regeln bei der Begrüßung. Ein Handschlag ist zwar üblich, oft wird aber auch darauf verzichtet. Ein lockeres “Hi”, “Hello” oder “G’day” genügt. Bei förmlicheren Anlässen entlocken sich Australier höchstens ein “Good Morning”, “Good afternoon” oder “Good evening”. Insofern verhielt sich der Cricket-Held Dennis Lillee australisch-korrekt, als er die britische Königin Elisabeth II. bei einem Spielbesuch mit einem handfesten “G’day, how ya goin’” ansprach.

Fosters Bier, Sausage Rools, Fishermans Basket – Pubs sind überall auf der Welt gesellige Orte, an denen man leicht mit Einheimischen ins Gespräch kommt. In Australien kommt das Gesetz der „Rounds“ oder des „Shouts“ zum Tragen: Australier spendieren ihrer Begleitung – dazu gehören auch die gerade kennengelernten Fremden – eine Runde Bier, und erwarten reihum im Gegenzug, dass sich alle anderen der Gruppe mit jeweils einer Runde revanchieren – Pech für denjenigen, der wirklich nur ein Bier trinken wollte. In Nachtklubs gibt es das soziale Phänomen der „Rounds“ eher selten.

Geht man privat mit einer größeren Gruppe zum Essen, wird die Rechnung unter allen gleichermaßen aufgeteilt. Handelt es sich um ein geschäftliches Treffen, kann diese Regel lockerer gesehen werden.

Was die Tischsitten betrifft, gibt es keine allzu großen Unterschiede zu Deutschland. Auffallen aber dürfte eines: Der Australier legt, wenn er mit einer Hand isst, die andere in den Schoß und nicht auf den Tisch.

Mit dem Trinkgeld wird es in Australien nicht so eng gesehen: Es gilt nicht als verpflichtend, wird aber natürlich gerne genommen. In gehobenen Restaurants lässt man etwa zehn Prozent des Rechnungsbetrags nach dem Essen auf dem Tisch liegen, wenn der Service besonders gut war. In Bars und Pubs gibt man üblicherweise kein Trinkgeld. Doch auch ohne „Tip“ werden Sie sicher beim nächsten Besuch genauso herzlich bedient wie am Abend zuvor.

Die Australier mögen im Umgang locker und entspannt sein, doch in einem Punkt hat die Lockerheit ein Ende: Down Under wird sehr viel Wert auf Pünktlichkeit gelegt und zwar nicht nur im geschäftlichen Bereich.

Wer des Englischen nicht so ganz mächtig ist, wird auch in Australien versuchen, sich “mit Händen und Füßen” zu verständigen. Dagegen ist im Prinzip nichts einzuwenden – nur sollte man bedenken, dass bei uns gebräuchliche Gesten furchtbar missverstanden werden können.

So wunderte sich der damalige US-Präsident George Bush senior, als die Mienen seiner australischen Gastgeber bereits kurz nach seinem Eintreffen zu Eis gefroren. Bush senior hatte zum Zeichen seiner Sympathie das Victory-Zeichen gemacht, mit dem Handrücken zum Publikum. In Australien zeigt man seinem Gegenüber so einen “doppelten Stinkefinger” – und den bekam der verdutzte Präsident prompt von einigen Leuten zu sehen. Auch die bei uns beliebte Faust mit dem nach oben gereckten Daumen für “finde ich gut!” oder “prima gemacht!” sollte man sich verkneifen. Auf dem Fünften Kontinent gilt diese Geste als rüde Beleidigung.

Sun, Sea, Beach – Angesichts der paradiesischen Umgebung an vielen australischen Stränden wie Byron Bay oder Bondi Beach könnte man leicht versucht sein, spontan die Hüllen fallen zu lassen und sich nackt ins kühle Wasser zu stürzen. FKK ist allerdings nur in ausgewiesenen Bereichen erlaubt, achten Sie auf einen „clothing optional“-Hinweis. Sich „oben ohne“ zu sonnen, wird jedoch landesweit toleriert. Sicherheitshalber empfiehlt sich aber vor dem Ablegen des Oberteils ein kurzer Rundblick, wie es die anderen Strandgäste halten.

In diesem Sinne: Mietwagen buchen und nix wie los nach Down Under!

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